Es gibt ja in der Astrologie einen speziellen Planeten, der auf unsere Verletzlichkeit verweist, auch wenn dies bei anderen Planeten auch immer latent vorhanden ist und bei entsprechender Auslöse aktiviert wird.
Doch dieser CHIRON, der seinen Namen aus der griechischen Mythologie erhielt und aus der Episode der Kentauren hervorgegangen ist, trägt eine tiefe Weisheit in sich.
Diese Weisheit offenbart sich im Moment des Schmerzes, im Moment der Verwundung bei jeden Menschen anders, besonders dann, wenn er gerade davon betroffen ist.
Diese magische Dynamik entsteht unmerklich vorerst für den Aussenstehenden, aber für den Betroffenen in einer Weise, die er in dem Moment noch gar nicht zur Gänze fassen kann.
Denken wir nur an die Kreuzigung Jesus und an die verwandelnde Kraft, die in ihm geboren wurde, als er in unvorstellbarer Weise am Kreuz, diese Qualen erlitt.
Ähnlich sind wir solch einem Schmerz ausgesetzt, wenn das Ereignis uns tatsächlich auch körperlich so weit einschränkt, dass wir uns nicht mehr bewegen können und hilflos ertragen müssen, was wir nicht verhindern können oder konnten.
Was in solchen Momenten im Bewusstsein des Menschen vor sich geht, wird unterschiedlich sein, im jeden Fall wird es zu einer Veränderung führen, die im besten Fall eine Kraft in ihm weckt, die er zuvor vielleicht nur teilweise gekannt hat.
Es wurde ja in den Anfängen der Entdeckung von CHIRON im Jahre 1977 auch Parallelen zu Jesus Christus gezogen, die aber heute eher verblasst und vielleicht nur noch vereinzelt bei einigen Astrologen vorhanden sind.
Diese Aufrichtung nach einer Verwundung, wie intensiv sie auch immer sein möge, ist wohl ein Akt der Auferstehung, der den Betroffenen in ein neues Bewusstsein stellt, mit der Erkenntnis von Leben und Tod, die sein ganzes weiteres Leben begleiten wird.
Ist der Mensch rein materialistisch orientiert, wird er schnell wieder versuchen seinen gewohnten Alltag herzustellen und das Geschehene so schnell wie möglich zu vergessen.
Gibt es aber schon vor der Verwundung eine geistige Ausrichtung, wird sich wohl die Erkenntnis des Geschehens, anders auf den Menschen auswirken.
Vielleicht werden es die Aussenstehenden nicht sofort erkennen und froh sein über die Genesung, es sei denn die Wirkkraft des Geschehens ist so massiv verändernd, dass dies auch tatsächlich sofort in Erscheinung tritt.
Verletzlichkeit ist ein Teil des Lebens, auch wenn manche all zu gerne nichts davon wissen wollen, verständlicher Weise was den Schmerz betrifft.
Doch was wäre unser Leben ohne diesen Schmerz, wir hätten nicht die wandelnde Erfahrung, die darin verborgen liegt, ohne damit den Schmerz glorifizieren zu wollen.
Ein Sprichwort aus dem Volksmund ist ja sehr bekannt dafür, dass da lautet, “ Wer nicht hören will, muss fühlen.“
Wenn wir davon betroffen sind, könnten wir in uns gehen, um heraus zu finden, ob wir tatsächlich schon vor dem Schmerz etwas gehört haben, das wir eben „überhört“ haben.
Oftmals ist es im Moment der Betroffenheit nicht in unserem Bewusstsein, weil der aktuelle Schmerz es verdrängt, aber möglicherweise nach einer Zeit innerer Besinnung, tauchen Impulse aus der Zeit vor dem Geschehen auf und geben uns vielleicht teilweise einige Erinnerungsaspekte wieder, wo wir tatsächlich etwas – „gehört haben“, aber dies nicht wirklich als wichtig erachtet haben.
Die Urwunde, wie ich sie hier nenne, ist die Trennung von unserem wahren SELBST, das wir sind und wir nun immer mehr daran zurück erinnert werden, nicht unbedingt immer nur durch Schmerz, doch vor allem auch durch unsere Intuition.
Die vertraute Verstandes Orientiertheit, die uns in den letzten Jahren individuell als auch kollektiv geleitet hat, bricht immer mehr in der Sichtbarkeit zusammen, das wir besonders auch im Weltgeschehen sehen können.
Aber, und vor allem auch in unserem individuellen Lebensalltag, in dem wir zeitweise überfordert sind.
Das Gebot der Stunde ist zu erkennen, was die Zeit überlebt hat und nicht mehr für unsere seelisch-geistige Entwicklung förderlich ist und zu wagen, der Intuition zu vertrauen.
Es sind die täglichen Weggabelungen, wo wir entscheiden können, den alten Weg weiter zu gehen, oder in einem neuen Weg, eine neue Erfahrung zu wagen.
Gerade wenn wir oft den alten Weg weitergehen, kann es dann zu schmerzhaften Erfahrungen kommen, die aber nur als Erinnerungsimpuls dienen, nicht achtsam genug gewesen zu sein und die vorherigen Warnsignale überhört zu haben.
Die uranische Energie, der Intuition und der geistigen Erneuerung wird sich immer stärker in unserer irdischen Wirklichkeit zeigen, den offenen Geist dazu, müssen wir bereit stellen um dann auch tatsächlich, diese geistige Kraft unseres SELBST in uns zu erkennen und auch im Lebensalltag zur Verwirklichung bringen.
Doch eine wesentliche Erkenntnis ist darin wichtig, das Unvermeidbare anzunehmen und uns dem hinzugeben, auch wenn wir nicht wissen, was danach kommt.
Denn ein latent vorhandener Vermeidungsimpuls lauert immer im Unterbewustsein, der genau darauf ausgerichtet ist, wovor wir die grösste Angst haben.
Vertrauen und Hingabe sind hilfreiche Unterstütungsgehilfen auf dem Weg zu uns SELBST.